Zwischen Krieg und Glamour – Die 40er Jahre

Zarah Leander

Während des 2. Weltkrieges sah man auf Berlins Strassen praktisches Schuhwerk und viele Schulterpolster, im Kino aber schöne Damen in Pelz und Glamour.

Die Mode der 40er Jahre bewegt sich irgendwo zwischen extravaganten Diven in glamoröser Garderobe und kriegsbedingt grauer Alltagsklamotte mit globigem Schuhwerk. Die normale Frau trug breitschultrige Blazer (ein Überbleibsel der burschikosen 20er Jahre?), knapp knielange Röcke und züchtig hochgeschlossene Blusen. Natürlich musste man sich auch das erstmal leisten können. Passend zur Stimmung waren die Farben meist eher gedeckt. Aufgrund kriegsbedingter Stoffrationalisierung kombinerte man außerdem oft verschiedene Stoffreste miteinander und schneiderte so aus den alten Kleidern etwas Neues. Motto: Hauptsache praktisch. Selbst Schuhe wurden wieder neu aufgearbeitet. Die Menschen hatten andere Sorgen als kreative Kleider und elegantes Schuhwerk.

Von der Kinoleinwand flimmerten derweil opulente Seifenopern, in denen schöne, pelzbehangene Frauen in glitzernden Abendkleidern mit dramatisch ins Gesicht gezogenem Hut und Zigarettespitze im roten Kussmund den Durchhaltewillen der Bevölkerung stärken sollten.

Natürlich gab es auch in dieser Zeit modische Zwischentöne wie die bezaubernd-femininen, eng geschnitten 40er Jahre Kleider mit ihren klaren Linien und grafischen Mustern. Doch die eigentlichen Impulsgeber der Modemetropole Berlin, die jüdischen Konfektionäre, hatten das Land mit Machtantritt der Nazis weitgehend verlassen oder waren vertrieben worden. Ihre Unternehmen und Modehäuser wurden „arisiert“, so dass insbesondere die einstige Modemeile Ku’damm regelrecht verödete.

Einige Berliner Boutiquen haben sich heute übrigens wieder auf 30er und 40er Jahre Mode spezialisiert. Zum Beispiel ‚Marlenes Töchter‘ in Mitte, auf dessen Webseite man gleich einen guten Eindruck des damaligen Kleiderrepertoirs erhält. Modenschauen in wechselnder Szenerie inklusive.